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Sonderausstellung "Blaue Berge 1938-1941"

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In der Ausstellung „Blaue Berge“ im Ludwig-Museum überreichte Kurator Sigurd Marien der Gewinnerin einer Verlosung, Elisabeth Kilchling aus Wieslet, ein Pastell von Ludwig. Foto: Roswitha Frey.

Nicht nur Picasso hatte eine "blaue Periode". Auch der Wiesleter Expressionist Friedrich Ludwig hatte eine Schaffensphase, in der er sich intensiv mit der Farbe Blau beschäftigte und auf der Suche nach dem "absoluten Blau" war. In dieser Zeit von 1938 bis 1941 schuf Ludwig eine Serie einzigartiger Berglandschaften in faszinierenden Blautönen.

Eine Auswahl von 20 dieser "Blauen Berge" zeigte das Friedrich Ludwig-Museum erstmals in Wieslet am Samstag und Sonntag. Nach Auskunft von Kurator Sigurd Marien kamen an diesem ersten Ausstellungswochenende nach der Sommerpause über 120 Besucher, darunter viele aus der Schweiz und Frankreich, aber auch aus dem Oberbayerischen, der zweiten Heimat des Malers Ludwig.

"Die Begeisterung der Leute hat mich richtig aufgebaut", freute sich Marien über die große Resonanz auf Ludwigs "Blaue Berge". Mit den herrlichen Landschaftsbildern, die der Künstler in Pleinair-Malerei, also draußen in der freien Natur gemalt hat, beleuchtet das Museum einen speziellen Aspekt im reichhaltigen Oeuvre von Ludwig.

Anlass dafür, einmal diese "blauen Bilder" ins Blickfeld zu rücken, ist das gegenwärtige Jubiläum 100 Jahre Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Ludwig war als Expressionist der zweiten Generation inspiriert von der Farbe Blau. Insgesamt gibt es 50 "blaue Bilder" in seinem Werk. Aus diesem Fundus hat Marien 20 Exponate aus den Jahren 1934 bis 1945 ausgewählt, Ölgemälde, Pastelle, Aquarelle und Öl-Gouachen, die erstmals im Ludwig-Museum gezeigt wurden – integriert in die Museumsschau, teils originell auf blauen Stühlen präsentiert.

Ludwig hat diese außergewöhnlichen Berglandschaften im oberbayrischen Raum gemalt, in seiner Wahlheimat, dem Berchtesgadener Land, vor allem am Königssee, wo er im Ort Schönau lebte. Ähnlich wie der berühmte Gebirgsmaler Giovanni Segantini, den es wegen des Lichts in die Berge des Engadins zog, war die Berglandschaft in Oberbayern für Ludwig eine künstlerische Offenbarung und Inspiration.

Ausgerüstet mit Staffelei, Hocker und Malerutensilien malte das Bergpanorama um den Königssee in vielfältigsten Variationen und aus verschiedenen Perspektiven. Vor allem ging es ihm darum, die wechselnden Stimmungen des Tages und der Jahreszeiten einzufangen: Berge in Abendstimmung, Gipfel im Nebel, schneebedeckte, majestätische Gebirgslandschaften oder atmosphärische Sonnen- und Lichtstrahlen.

Besonders imposant ist ein großformatiges Ölbild in Spachteltechnik, in dem Ludwig das Bergmotiv kraftvoll, abstrahierend in den Formen und dynamisch in der Spachtelbewegung darstellt. Eher impressionistisch erscheint ein späteres Ölgemälde vom Königssee, in dem mehr die Naturstimmung im Vordergrund steht. In den anderen Bergbildern fließen sowohl impressionistische als auch expressionistische Elemente mit ein.

Ein magisches, reines Blau in feinsten Schattierungen
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Bemerkenswert ist nicht nur die malerische Qualität all dieser Bergbilder, sondern auch das magische reine Blau. In feinsten Schattierungen und Nuancen von Blautönen hat Ludwig diese Bergmotive, den See und die umliegenden Berge gemalt, in lichtem, hellem Blau, manchmal ins Violette changierend wie in dem Bild "Lila Berge", aber auch in tieferen, dunkleren Blaunuancen. Plastisch treten die Bergformationen um den See hervor, malerisch eindrucksvoll beschwört Ludwig die Majestät der Berge und die unberührte Schönheit der Natur.

Neben den farblich anziehenden Blauen Bergen konnten die Besucher auch anderes Neues entdecken, darunter ein erstmals ausgestelltes Selbstbildnis des Malers von 1953, das ihn mit Brille zeigt. Am Sonntag gab es auch wieder eine Verlosung eines wunderschönen Ludwig-Landschaftspastells. Als glückliche Gewinnerin des Bildes freute sich Elisabeth Kilchling aus Wieslet, langjähriges KuK-Mitglied, sehr über diese Überraschung.

Source: Badische Zeitung "Sonderausstellung Blaue Berge 1938-1941" 06.9.2011 - Bericht: Roswitha Frey.